Runder Tisch Lankwitz-Südende Februar 2017 – Ein kleiner persönlicher Bericht

Die Themen des Abends sind punktuell sehr emotional belastet und von daher hier mal ausnahmsweise eine andere Form der Berichterstattung!

Am 22. Februar 2017 tagte der Runde Tisch Lankwitz-Südende wie gewohnt und besprochen im Kinder und Jugendtreff Käseglocke. Besonderer Gast war die Bezirksstadträtin Maren Schellenberg zuständig für die Abteilungen Immobilien, Umwelt und Tiefbau und Vorsitzende des Präventionsbeirates. In Anbetracht der Ereignisse der letzten Tage war es nicht so richtig klar, was passieren wird und was uns an diesem Abend erwartet. Die parkähnlich angelegte Gartenanlage hinter dem Haus Leonore war wie zu erwarten TOP 1 auf der Liste. Am Montag dem 20.02.2017 fanden dort die Fällungen statt. Bemerkenswert an dieser Stelle finde ich, das in der Presse von 200 Bäumen die Rede ist, und jeder mit dem ich mich unterhalte geht von 200 gestandenen großen Bäumen aus. An dieser Stelle möchte ich das einbringen, was Frau Schellenberg gestern Abend auch kurz ausführte, es sind ca. 40 Bäume gefällt worden, wo es einer Genehmigung bedarf. Die anderen 160 Bäume sind sogenannter Wildwuchs im hinteren Teil. Da waren auch Bäume (Bäumchen die man locker mit der Hand umschließen kann). Ich möchte hier, genauso wenig wie gestern Abend falsch verstanden werden, ich finde es schade egal wie, wo und wann wenn Bäume, Sträucher und Grünflächen Häusern weichen müssen. Es ist aber so, das es manchmal nicht anders geht. Es werden dringend Orte benötigt wo Flüchtlinge untergebracht werden können. Vivantes hat dem Senat ein solches Gelände verkauft. Der Senat will bauen und so mussten die Bäume leider weg.

Die Bäume sind nun weg! Die Bürger enttäuscht! Sie fühlen sich nicht gehört! Nicht ernst genommen! Einfach übergangen! Das sind gut nachvollziehbare Gründe und ich kann sie auch gut verstehen. Es ist nur so, das für mich ganz persönlich, speziell die Kommentare in den Sozialen Netzwerken oder auch hier in diesem Blog das Gefühl vermitteln, das es dem einen oder anderen nicht um die Bäume, sondern um die Flüchtlinge geht. Ich habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Kollegen_innen aus Einrichtungen gesprochen die in unmittelbarer Nähe von Flüchtlingsunterkünften arbeiten oder aktiv vor Ort sind. Es ist für beide Seiten eine Herausforderung, aber sie sprechen nicht von großen Problemen, Bedrohungen oder Auffälligkeiten.

In den letzten Monaten wurde viel erzählt, aber ein Fakt ist das rein rechnerisch für eine Unterkunft 8 Turnhallen freigezogen werden können und die Kinder, Jugendlichen und Sportvereine wieder Sport machen können, und die Menschen die sich mit nur ein paar wenigen bis gar keinen Sachen auf den Weg gemacht haben, alles was sie bis hierhin geschaffen und aufgebaut haben zurückgelassen haben in eine bessere, wenn auch nicht optimale Wohnsitation zu überführen. Sie leben jetzt Bett an Bett seit Monaten, was nur für kurze Zeiträume geplant war. Können sich nicht selber was zu essen kochen, müssen essen was man ihnen vorsetzt, haben keine Privatsphäre,  und und und.

Wir haben nun rund 12 Monate Zeit um uns gut vorzubereiten auf die Menschen die da kommen. Um sie in unserem Kiez Willkommen zu heißen und wenn es not tut zu unterstützen. Es ist in der heutigen Zeit wichtiger den je das wir uns an dieser Stelle positionieren und auch nach außen zeigen wo wir stehen und was wir denken. Ich möchte Sie bitten auch gerne unter diesem persönlichen Beitrag einen Kommentar zu hinterlassen.

Nun aber genug zu diesem Thema! Es wird uns in den nächsten Monaten noch bewegen und auch hier im Blog werden wir bestimmt das eine oder andere noch berichten haben. Weitere Themen des Abends aus dem Bereich Aktuelles aus dem Kiez waren unter anderem die Fällungen im Stadtpark am Freitag und Montag, wo ein Großteil der Bäume krankheitsbedingt am Hauptweg gefällt worden sind, eine Nachfrage nach dem Ginkgobaum und der Sitzgelegenheit am S-Bahnhof Lankwitz und die Park- und Fahrsituation an der Bruchwitz / Bernkastlerstr.. Es war ein guter, informativer, lebendiger Runder Tisch. Ich freue mich auf den nächsten! Und vielleicht sind Sie ja auch dabei und helfen mit den Kiez aktiv mitzugestalten! :o)

 

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